Eine neue Held*Innenreise. Ein Manifest

english version below

 

 

Der wahre Mut für zeitgenössische Künstler besteht darin, sich ihrer Liebe bewusst zu sein, aus der heraus sie erschaffen, um im Schöpfungsprozess Harmonie und Schönheit anzustreben. Cannes auch Nizza sein, oder Humor. Auf jeden Fall sollte es am Ende so schön sein wie ein song von Grant Green, Alice Coltrane oder Thelonious Monk, ein Bild von Artemisia Gentileschi, mir oder Henri Matisse, oder meinetwegen auch Picasso, eine Skulptur von Louise Bourgeois, oder beloved Nikki, oder Amish Kapoor. Es ist ein großer Unterschied, ob ich ein Kunstwerk schätze, bewundere, oder ob ich es obendrein liebe. Wenn ich es liebe, hat es meinen Sinn für die Welt und mich selbst verändert, hat mich bewegt… zu einem neuen Ort der Empfindung und Wahrnehmung. Und es hat mich in irgendeiner Weise in den Arm genommen.

Der Einzige, den ich kenne, der das so ähnlich sieht wie ich und entsprechend äußert, ist David Hockney:

 

„Der Ursprung aller Kunst, der Ursprung aller Kreativität ist Liebe. Wenn jemand glaubt, es gebe etwas Wichtigeres, wüsste ich gerne, was das sein sollte“.

 

Es zeigt sich dann das individuelle Schönheitsverständnis im Werk und da beginnt ein Diskurs erst richtig spannend zu werden.

Seit ich mein Verhältnis zur Kunst reflektiere, ist mir bewusst, dass das kollektive Kunst- und Schönheitsverständnis von einem – patriarchalen – Hang zu Konflikt, Gewalt und Drama geprägt ist. Ich stelle recht emotionslos fest, dass es so ist, Bewertung macht die Dinge oft mühsam.

„Das Patriarchat“ verstanden als einseitig und daher ungesund betontes maskulines Prinzip in der Lebensausrichtung, welches wiederum bedeutet, ein ungesundes Maß an Aktivität, Stress, Druck, Leistungsbezug und Effektivität zu favorisieren. Mit anderen Worten, weniger Intuition, Lebensfreude, Muße, Entspannung, Freude, Zärtlichkeit, Zartheit, Eros… das feminine Prinzip. Unter dem Ungleichgewicht des Werteverständnis‘ leiden seit Jahrtausenden sowohl Frauen als auch Männer.

Wer sich im westlichen Kunstverständnis Geltung verschaffen wollte, beschwor Gewalt und bestenfalls deren Überwindung. Jegliche – erst biblische, später säkulare – Sujets, Topoi, Handlungen, Themen basieren auf Erzählungen und Darstellungen von Konflikt und Gewalt. Oder besser: Jeder „suspense“, jeder Spannungsbogen basiert darauf. Es bestand für mich immer eine gewisse Kluft zu dieser Auffassung. Es leuchtete mir nicht ein, es behagte mir noch nie, entsprach mir nicht. Brilliantes Handwerk oder Gedankenaktivität… hoher Sinn für Form und Erfindungsreichtum verknüpfen sich ungut mit der Bewältigung von Gewalt.

 

Gewalt hat per se nichts mit Schatten zu tun oder der Dunkelheit. Im Gegenteil sind Schatten sehr, sehr schön. Sie weisen oppulent oder zart das Licht aus.

Es war für mich immer entscheidend, welche Geistesausrichtung in einem Kunstwerk die Feder führt. Ist es eine Geisteshaltung, die Gewalt und Konflikt heraufbeschwört, ja, sie sogar heimlich verehrt. Oder ist es eine Haltung, die sie zu überwinden sucht. Die der Liebe zustrebt, mit anderen Worten.

Besonders trifft das auf die Kunst des Filmemachens zu. Es ist müßig, allzu sehr zwischen Kunst und Kommerz unterscheiden zu wollen. Gute Kunst hat es verdient, gut verkauft zu werden, end of story. Es gibt große Kunst unter den sogenannten kommerziellen Blockbustern und wahrhaft schmalbrüstiges im explizit künstlerisch ausgerichteten Genre und natürlich umgekehrt.

Im Film also spiegelt sich in besonderer Weise wider, wie ein_e Künstler_In die Welt sieht. Ob eine Geschichte von der Welt als einem bedrohlichen Ort erzählt wird, in dem immer wieder Gewalt – meistens von Männern – bekämpft werden muss – meistens von Männern wiederum.

Es ist ein Phänomen, dass ALLE Mafiafilme von Männern für Männer gemacht sind und sich dem Monster struktureller und situativer Gewalt widmen. Selbst die poetischste Version „Ghost Dog“ von Jim Jarmusch wendet sich in erster Linie an Männer. Man kann gewisse filmsprachliche Elemente bewundern oder natürlich Forest Withaker selbst, der so gemüt- wie hühnenhaft die klassiche Heldenrolle anreichert. Es bleibt aber ein Film über Gewalt und mir geht es so wie mit allen diesen Filmen: Ich fühle, das geht mich nichts an.

Es spricht nicht zu mir, es macht mir keinen Spaß, bewirkt nichts und ändert nichts. Im Gegenteil: Es beschwört und manifestiert eine ewig gleiche Sicht der Welt von Gefahr und Bedrohung. DOCH – so fragte ich mich schon früh – WOZU SOLL DAS GUT SEIN? Ein Künstler kann ALLES gestalten. Er oder sie kann eine künstlerische Welt komplett nach seinem_ihrem Gusto schaffen, also auch eine Welt der Harmonie, Freude und des Vergnügens. Er_Sie könnte der selbst erschaffenen Welt zutrauen, Vorreiter zu sein … Vision zu sein für eine neue Welt, in der Lust, Freude, Eleganz und LIEBE die Hauptrolle spielen.

Wozu also immer wieder Leid als feste Größe heraufbeschwören im eigenen Machwerk? Und wozu – zumeist – ein Panoptikum mit Hauptpersonen entwerfen (wie Quentin Tarantino), die allesamt persönlichkeitsgestört und widerwärtig sind. Kalte, verko(r)kste Individuen, die Leid verursachen und bekämpft werden von ihnen ähnelnden Protagonisten. Wozu das, wenn man alles entwerfen kann? Warum künstlich einen Weltenentwurf bemühen, der von „assholes“ dominiert wird? Und Tarantino selbst hat gezeigt, wie grossartig anders es geht in seinem wunderbaren Film „Jackie Brown“.

Ich sehe ein Geflecht von Verantwortlichkeiten für „Realität“ und Trauma als Antwort. Ein TRAUMA-BOND um ein wenig scherzhaft eine Anleihe aus der Psychologie zu null-null-sieben… Eine Traumabindung an die Welt.

 

Kindness für das Kind

Jeder Mensch war einmal Kind. Und JEDES Kind ist per se traumatisiert von Gewalt, wenn es sie erfährt. Es spielt dabei keine Rolle, ob es ein leichtes, vereinzeltes oder chronisches, schweres Trauma ist. Die Erfahrung von Gewalt ist ein Einbruch in die Welt des Kindes. Ich entwerfe hier ganz bewusst ein NEUES BILD DES KINDSEIN. Das herkömmliche, kollektive Bild spricht dem Kind – in welchem Maß auch immer – einen diffusen, ungeklärten, inhärenten Willen zur Gewalt zu. Ich aber sage: Ein Kind möchte per se keine Gewalt ausüben. Es wiegt sich in der Gewissheit der Liebe, bis es mit dem Gegenteil konfrontiert wird. Bis es früher oder später mit Grenzverletzung konfrontiert wird und Maßnahmen ergreifen muss. Das reicht vom Wutanfall bis zum körperlichen Ausdruck in irgendeiner Form. Daraus erwachsen alle Schattierungen menschlicher Umgangsweisen mit Gewalt und wiederum Gewalt selbst. Die ursprüngliche Liebe zu sich und zur Welt MUSS verraten werden und zumindest teilweise der Angst und deren Bekämpfung Platz machen. Die Angst ist die eigentliche Widersacherin der Liebe. Diese Dichotomie, diese Ambivalenz ist im wesentlichen eine Traumabindung. Doch wir könnten uns entscheiden, der Liebe den Vorzug zu geben.

Jemand wie Claude Chabrol etwa entwirft da ein ganz anders gefärbtes Gespinst an raffinierter Befragung der menschlichen Natur. Er geht einem nicht auf die Nerven mit verholener Huldigung von Gewalt und Konflikt, sondern er belichtet so akkurat wie erzählerisch das Phänomen „Menschlichkeit“ um stets mit einer FRAGE zu enden… einer Frage wie wir SEIN KÖNNTEN. Er setzt auf Dialog, auf Kommunikation, die die Sprachlosigkeit als eigentlichen Übeltäter herausstellt. Da, wo Kommunikation endet, beginnt Gewalt. Das weiss er und er hält das Gut der Kommunikation hoch. Es bleibt Raum für einen Gegenentwurf zur Realität in seiner Kunst.

KOMMUNIKATION enthält „Gemeinsamkeit“ im Wort. Sich gemein machen mit, eine Brücke schaffen zu. Ist noch eine Brücke möglich zu einer Situation, einer Person, dann ist da keine Gewalt.

Vieles, wenn nicht das meiste unserer Perspektive, wie wir selbst, die Welt und auch die Kunst zu sein haben, basiert auf Annahmen und Überzeugungen. Es lohnt sich, alles diese Überzeugungen ganz konkret bei sich selbst zu beleuchten. Worauf basiert eine Meinung über die Qualität eines Kunstwerkes? Nehme ich versuchsweise Konflikt und Drama heraus, was bleibt?

Kann Harmonie spannend sein? Können Darstellungen von Schönheit, Liebe und Glück, von Zärtlickeit und Erfüllung spannend sein? Wie sieht das aus? Wie vermeidet man darin Seichtheit und Kitsch? Ich fand immer, dass das die wahren, aufregenden Fragestellungen sind. Ein grossartiger, männlicher Künstler des malerischen Genres etwa hat wunderbare Antworten darauf gegeben: Henri Matisse. Jean-Honoré Fragonard beisbielsweise auch, doch ist Matisse meiner Seelensprache näher.

Löst man sich in seiner Geisteshaltung von einem kollektiven Kunst- und Weltverständnis, fängt eine ganz neue Reise an. Matisse ist ein Monolith, der gezeigt hat, dass es anders geht. Er steht einfach für sich und man darf nicht vergessen, dass er, sein Werk ein Bestandteil der Moderne war, die Revolution größtenteils immer noch mit kriegerischen Mitteln zu formen suchte. Der Ruf nach moderner Erneuerung ist heute völlig verklungen. Es gibt keine Genregrenzen mehr, die wir „sprengen“ müssten, keine Mauern, die wir „einreissen“ müssten, es gibt nichts mehr, das verboten wäre. ANYTHING GOES, was für ein Glück. Jede Bestrebung, die Erneuerung mit und durch Gewalt fordert, ist muffig und gestrig.

Es gibt einen Strang der kunstgeschichtlichen neueren Moderne, die sich ganz bewusst dem Kindsein und dem Spiel verpflichtet. Paul Klee etwa, Roberto Matta, Max Ernst, Boris Vian – eigentlich alle Surrealisten und natürlich Matisse stehen dafür. Van Gogh und auch sogar der verkopfte Gauguin sehnten sich danach und lebten das auch, so gut es ging. Die „innere Kinderstube“ stand hoch im Kurs im angehenden letzten Jahrhundert – bei einigen. Andere, wie der brilliante, aber narzisstisch gestörte Picasso, sehnten sich zwar danach, lebten aber verdeckt missbräuchlich und anderweitig gewalttätig in ihrem Privatleben.

Ich sehe schnell, ob es in einem Kunstwerk jeglicher Machart um die Liebe und um Substanz geht, oder um „fishing for attention“; erst recht um verkopftes „fishing for attention“. Eine Haltung, die in vordergründiger Verstandestätigkeit ohne jeden Sinn für Ästhetik und Sinnlichkeit um sich selbst kreist und Pseudologik behauptet, wo Erfahrung fehlt.

Mein Verständnis war immer, das Aufmerksamkeit sich ganz natürlich generiert, wenn man substanziell mitzuteilen hat. Das gilt für das persönliche Gespräch wie für den abstrakteren, künstlerischen Dialog. Fußt der Beitrag auf wertvollen Impulsen, ist er magisch – ansonsten ein Fall für „Man sieht die Absicht und ist verstimmt“ (– Zitat aus „Torquato Tasso“, Johann Wolfgang von Goethe.)

So hat die Kunst jetzt die Möglichkeit, zu ihrer eigentlichen Matrix zurückzukehren – zur Magie. Zur Verzauberung, zum Spiel, zur Leichtigkeit. Sie kehrt zu ihrem KINDSEIN zurück. Eine Ausrichtung der Moderne, die es gab, aber vergessen scheint. Die Seele befreit sich von den überkommenen Verantwortlichkeiten, einer gewalttätigen Realität gerecht werden zu müssen und macht Setzungen, die sich jenseits eines ewig gleichen Kolportage-Drucks bewegen. Die sich mit dem Geheimnis der Schönheit gemein machen. Sie entwickelt einen neue Sicht auf die Kraft der Harmonie.

Und es ist so überaus spannend zu entdecken, was das für jede_n Einzelne_n bedeuten mag. Statt grimmig den Missklang zu bekämpfen, verpflichtet sie sich ihrer selbst, überschreitet leichtfüßig alte Überzeugungen, IST einfach im Fluss der Neugier, der Liebe und des Spiels. Welche Form nimmt dieser Fluss an? Es wird in jedem Fall lustvoll sein. Die Lust meidet die Gewalt in ihrer ureigensten Essenz. Sie weist sie zurück. Sie umgeht sie. Sie weiss nichts mehr mit ihr anzufangen. Ein schlechter Spielkamerad. Gar keiner. Wir wollen sie nicht mehr. Wir wollen lustvollen, vergnüglichen Dialog. So sei es.

Auf zu einer völlig neuen HeldInnenreise!

 

 

 

 


english version

 

(TO) LOVE LIFE – SOMETIMES I FEEL LIKE A MOTHERLESS CHILD

A new hero’s journey. A manifesto

 

 

The real courage for contemporary artists is to be aware of the love out of which they create in order to strive for harmony and beauty in the creation process. “Cannes be Nice, too” or humor. In any case, in the end the artpiece should be as beautiful as a song by Grant Green, Alice Coltrane or Thelonious Monk, a picture by Artemisia Gentileschi, me or Henri Matisse, or – fine with me – Picasso, a sculpture by Louise Bourgeois, or beloved Nikki, or Amish Kapoor. It makes a big difference whether I appreciate and admire a work of art or whether I love it on top of that. When I love it, it has changed my sense of the world and myself, has moved me … to a new place of sensation and perception. And it embraced me in some way.

The only one I know who shares my perspective and expresses it accordingly is David Hockney:

 

“The origin of all art, the origin of all creativity, is love. If someone thinks there is something more important, I would like to know what that should be”.

 

The individual understanding of beauty then becomes apparent in the work, and that’s when a discourse begins to get really exciting.

Ever since I’ve been reflecting on my relationship with art, I’ve been aware that the collective understanding of art and beauty is shaped by a – patriarchal – tendency towards conflict, violence and drama. I realize this with no emotion, evaluation often makes things tedious.

“The patriarchy” understood as a one-sided and therefore unhealthy emphasized masculine principle in the life orientation, which in turn means to favor an unhealthy level of activity, stress, pressure, performance and effectiveness. In other words, less intuition, joie de vivre, leisure, relaxation, joy, tenderness, tenderness, eros … the feminine principle. Both women and men have suffered from the imbalance in the understanding of values ​​for thousands of years.

Anyone who wanted to assert themselves in the western context of art invokes violence and, at best, overcoming it. Any – first biblical, later secular – subjects, topoi, actions, topics are based on narratives and depictions of conflict and violence. Or better: every “suspense”, every arc of suspense is based on it. There has always been a certain gap to this view for me. It didn’t make sense to me, I never liked it, didn’t suit me. Brilliant craftsmanship or thought activity … a high sense of form and inventiveness go hand in hand with coping with violence.

 

Violence per se has nothing to do with shadows or darkness. On the contrary, shadows are very, very beautiful. They reveal the light, opulent or delicate.

For me has always been crucial which mental orientation is in charge of an artwork. Is it an attitude of mind that conjures up violence and conflict, yes, even secretly worships it? Or is it an attitude that she seeks to overcome. Striving towards love, in other words.

This is especially true in the art of filmmaking. It is pointless to try too hard to distinguish between art and commerce. Good art deserves to be sold well, end of story. There is great art among the so-called commercial blockbusters and truly narrow-chested in the explicitly artistic genre and of course vice versa.

So the film reflects in a special way how an artist sees the world. Whether a story is told of the world as a threatening place in which violence – mostly by men – has to be fought again and again – mostly by men. It is a phenomenon that ALL Mafia films are made by men for men and are devoted to the monster of structural and situational violence.

Even the most poetic version of Jim Jarmusch’s “Ghost Dog” is primarily aimed at men. You can admire certain elements of film language or, of course, Forest Withaker himself, who enriches the classic hero role in an as ursine as soulful manner. But it remains a movie about violence and I feel the same as with all these movies: I feel that this is none of my business.

It doesn’t speak to me, it doesn’t do anything or change anything. On the contrary: it conjures up and manifests an eternally identical view of the world of danger and threat. BUT – so I asked myself early on – WHAT SHOULD THAT BE GOOD FOR? An artist can design EVERYTHING. He or she can create an artistic world completely according to his / her taste, including a world of harmony, joy and pleasure.
He_She could trust the self-created world to be a pioneer … to be a vision for a new world in which harmony, lust, joy, elegance and LOVE play the main role. So why repeatedly conjure up suffering as a constant in your own work? And why – mostly – design a panopticon with main characters (like Quentin Tarantino), all of whom are disordered and repulsive. Cold, spoiled individuals who cause suffering and are fought by protagonists who resemble them.
Why is that when you can design anything? Why creating a world that is dominated by a******s? Tarantino himself, for example, demonstrated it with his wonderful movie“Jackie Brown“.

I recognize a nexus of responsibilies for „reality“ and trauma as the answer. A TRAUMA-BOND to jokingly refer to psychology and a famous patriarchal blockbuster. A trauma bonding to the world itself.

 

Kindness for the “Kind” (child)

Everyone was once a child. And EVERY child is traumatized by violence in case. It does not matter whether it is a light, occasional or chronic, severe trauma. The experience of violence is an intrusion into the child’s world. I am deliberately designing a NEW PICTURE OF CHILDHOOD. The conventional, collective image always assigns the child to whatever extent a diffuse, unexplained, inherent will to violence.
Whereas I say: a child does not want to exercise violence per se. It is swayed in the certainty of love until it is confronted with the opposite. Until sooner or later it is confronted with a border violation and has to take action. This ranges from a fit of anger to physical expression in some form. From this grows all shades of human ways of dealing with violence and, in turn, violence itself. The original love for oneself and for the world MUST be betrayed and at least in part give way to fear and its fight. Fear is the real adversary of love.

This dichotomy, this ambivalence is essentially a trauma bond. But we could choose to prefer love. Someone like Claude Chabrol, for example, is designing a completely differently colored web of sophisticated questioning of human nature. He doesn’t get on your nerves with fake homage to violence and conflict, but he exposes the phenomenon of „humanity“ accurately and narrative, always ending with a QUESTION … a question of how we COULD BE. He relies on dialogue, on communication, which highlights speechlessness as the real culprit. Where communication ends, violence begins.
He knows that and he values ​​the good of communication. He holds space for alternatives to reality in his art.

Etymologically COMMUNICATION is rooted in “community”. Getting together to create a bridge. If a bridge is still possible to a situation, to a person, then there is no violence.

Much, if not most of our perspective of how we ourselves should be, or the world and also art, is based on assumptions and beliefs. It is worthwhile to shed light on all these convictions in a very concrete way. What is an opinion about the quality of a work of art based on?

Do we take out conflict and drama experimentally, what remains? Can harmony be exciting? Can depictions of beauty, love and happiness, of tenderness and fulfillment be exciting? How does it look like? How do you avoid shallowness and kitsch in this? I’ve always found that these are the real, thrilling questions.

A great male artist in the painting genre, for example, gave wonderful answers: Henri Matisse. If you break away your mindset from a collective understanding of art and the world, a whole new journey begins. Matisse, for example, is a monolith who has shown that there is another way possible. Jean-Honoré Fragonard too, for example, but Matisse is closer to my soul language.

He simply stands on its own and one must not forget that it was part of modernity, that the revolution was still largely trying to shape the revolution by means of war. The call for modern renewal has completely died down today. There are no longer any boundaries to any genre that we have to “break”, no walls that we have to “tear down”, there is nothing that is forbidden.

ANYTHING GOES, what luck! Any endeavor that calls for renewal with and through violence is musty and outdated.
There is a strand of modern art history that is consciously committed to being a child and playing. Paul Klee, for example, Roberto Matta, Max Ernst, Boris Vian – actually all surrealists and of course Maisse stand for it. Van Gogh and even overly intellectual Gauguin longed for it and they lived it as best they could. The “inner child’s room” was very popular in the beginning of the last century – for some. Others, like the brilliant but covered narcissist Picasso longed for it, but preferred to live abusive and violent .in private life.

I quickly see whether a work of art of any kind is about love (for sth) and substance, or about “fishing for attention”; even more so when it fakes true processes and covers it with pseudo-ratio: a self-centered  attitude without any sense of aesthetics and sensuality lacking genuine experience .

In my comprehendion attention is generated naturally when one is able to communicate substantially. This applies to personal conversations as well as to the more abstract, artistic dialogue. If the contribution is based on valuable impulses, it is magical – otherwise a case of „One get the intention and is disgruntled“ – as a quote of the play „Torquato Tasso“, by Johann Wolfgang von Goethe goes.

So art now has the opportunity to return to its actual matrix – magic. For enchantment, for play, for ease. Art returns to its CHILDHOOD. An orientation towards modernity that existed but seems to have been forgotten. The soul frees itself from the traditional responsibilities of having to do justice to a violent reality and does positing moving beyond a traditional peer pressure of perspective. Siding with the secret of beauty itself. The artist soul develops a new perspective on the power of harmony.

And it’s so exciting to discover what that might mean for each and every one of us. Instead of grimly fighting the discord, self-commitment lightly transcends old beliefs. IS simply in the flow of curiosity, love and play.

What shape does this flow take? It will be pleasurable in any case. Lust avoids violence in its very essence. It rejects it, bypasses it. It is bored by violence… as it would be by an annoying playmate. Nobody actually wants a playmate like this. We don’t want violence anymore. We want lustful, enjoyable dialogue. So be it.

Let’s invent a new hero’s journey!