Welcome to awakening … remember to like and subscribe. Wir Flusskinder.

english version below

 

 

Ich fange einfach an: Eine Reise ist eine Reise ist eine Reise… Und man steigt nie 2 x in denselben Fluss.

Gertrud und Heraklit… gute Reiseführer? Doch klar, wenn sie mir so zu_fallen, während ich die Reise meines ersten blogtextes unternehme… die beiden führen mich zuverlässig zu dem Wikipediaeintrag, der schon auf mich wartet, um mir meine ahnende Inspiration in eine erste Gußform zu gießen, denn.

Platon verewigt Heraklit, indem er sagt: Die Flusslehre ist untrennbar verbunden mit den Ovidschen Metarmorphosen. Und ich sage dazu: Essentiell ist, dass ich und jede_r ihre ureigensten Metamorphosen erkennt… und leben kann.

Es ist oft schmerzhaft, Larve zu sein. Oder Raupe. Oder irgendetwas dazwischen. Unerträglich, die ahnende Gewissheit der wahren inneren Form (noch) nicht leben zu können.

Wir Künstler_Innen gehen exemplarisch diese Wege der Selbsterkenntnis und Wandlung. Wenn wir nicht – wie die wenigsten von uns – aus Verhältnissen der Förderung und Wohlhabenheit stammen, müssen wir uns unseren Weg suchen, unseren Weg zur inneren und äußeren Sicherheit.

Dieser Weg führt über zahllose Stationen, die unmerklich ineinander greifen und sich oft gar nicht anfühlen wie Stationen. Nur wie besonders schmerzhafte oder auch besonders schöne Zustände. Und eben alles dazwischen. In den schmerzhaften Zuständen erkennen und fühlen wir dann mitunter unseren Wert nicht. Wir sind atemlos unterwegs, um bei dem anzukommen, was uns diesen Wert vermeintlich garantiert. Irgendeine heroische, strahlende Tat- oder Glanzdarstellung. Und doch ist eben alles, jeder noch so unscheinbare, gar hässlich anmutende Partikel unseres Unterwegsseins wertvoll. Ein wertvoller Bestandteil, ein würdiges Element.

Die Starken unter uns sind glücklich, wenn sie mit sich selbst übereinstimmen. Am schönsten ist es natürlich, wenn die sogenannte Außenwelt das sieht und mitfeiert. Doch oft genug tut sie das überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sie hält uns für verrückt, oder verschroben, oder einfach für nicht haltbar.

Van Gogh würde heute nicht unbedingt gelitten sein, geschweige denn geliebt. Oder verstanden. Seine große Sensibilität, die er schützen musste: Wer würde die schon dulden oder lieben in einer Gesellschaft, in der Unverwundbarkeit hohes patriarchales Gebot ist und emotionale Ignoranz als akzeptabel gilt.

Wir haben Freunde, Held_Innen und Reisegefährten auf unseren Wegen. Wir haben Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, wie wir zu sein haben. Wir lernen das alles von klein auf und müssen – mehr als andere – unterscheiden lernen ob die Vorstellungen von uns SELBST und dem LEBEN wirklich unserer inneren Wahrheit entsprechen.

Denn bei uns Künstler_Innen wirkt sich das – anders als bei den meisten – DIREKT auf das künstlerische Hervorbringen aus.

Eine gute oder brilliante künstlerische Arbeit ist immer ausschließlich sich selbst verpflichtet. Sie huldigt keinen Fremdinteressen. Außer sie erfreut sich an diesen Fremdinteressen, erkennt sie mit großer Wärme als seelisch verwandte Inspiration. Dann ist genuine Resonanz als spielerisches Zitat möglich und wunderbar fruchtbar.

Doch je mehr sie Interessen bedient, die nichts mit ihrem originären, seelisch inspirierten Impuls zu tun haben, desto flacher wird sie. Desto eitler, langweiliger, abgeschmackter. Illustrativer. Blöder und geheimnisloser. Desto pornografischer und dissoziierter.

„Throughout the ages“ war das schon immer so. Ich spreche jetzt mal von der westlichen Kunstgeschichte. Das sind Ge_Schichten der Selbstbehauptung in immer wieder neuen Bedingtheiten. Eine Geschichte der Emanzipation… der Selbstbefreiung im großen Stil. Und im kleinen.

Denn irgendeinen kommerziellen Nährboden hat sie immer gehabt, die Kunst. Zumindest in dem Maße, in dem sie „gesellschaftlich relevant“ wurde. Und immer barg die kommerzielle Seite eine Konflikthaftigkeit in sich. Der Staat, der Adel, das Bürgertum. Alle woll(t)en sich wiedererkennen, sich spiegeln können in der Kunst, der jeweiligen. Und da geht das Theater dann los. Das Geschacher. Das Spannungsfeld der Interessen. Da ist oft kein Platz für Heiligkeit. Für die wahrhaft sakrale Selbstäußerung. Für die Ermöglichung der Poesie. Einer Poesie, die Raum schafft, sich zu erkennen und zu finden. Die leicht und frei ist. Die ästhetische Wucht und Zärtlichkeit kennt.

Und doch ist sie genau so, die große und wunderbare Kunst…immer wieder entstanden inmitten eines Sturmes, inmitten eines Schmerzes auf einer stillen, temporären Insel von Selbstgewissheit und Ruhe. Das sind die Phasen oder nur Momente, in denen die Seele bei sich ist und schaffen kann.

Dahinein gewoben ist auch eine Geschichte der Befreiung von Männern und Frauen. Künstlerinnen und Künstlern. Denn wie agiert die freie Künstlerin eigentlich? Heute? Wie tat sie es damals? Sofern es sie überhaupt offiziell gab. Und sie nicht verleumdet und verleugnet wurde in ihrer eigenen Gegenwart, als auch in Lexikas, Bibliotheken und Archiven. Muss sie, um erfolgreich zu sein, in ihrer männlichen Qualität überpräsent sein? Immer noch?

Braucht sie mehr Sicherheit für sich oder eine andere Form der Sicherheit?

Alle Künstler_Innen sind auf natürliche Weise spirituell. Sie sind es deshalb, weil sie wissen: Sie empfangen Ideen aus unbekannter, unendlicher Quelle. Das ist ein femininer Prozess. Der umso sublimer und aufregender ist, desto freier das Feld, auf dem es stattfinden kann. Da braucht es Sicherheit, Schutz, Geborgenheit um ein Empfangen zu ermöglichen, das wegführt von dem illustrativen Aufgreifen irgendwelcher ordinären Ideen, die die Eitelkeit irgendwelcher Popanze ermöglicht. Das gilt für Männer und Frauen.

Das ist der Fluss, die Reise, auf der wir Künstler_innen uns stets befinden, downstream, zu uns selbst, zu unseren poetischen Ufern. Die Ufer sind wir SELBST und der FLUSS auch und doch sind wir damit Teil eines großen geheimnisvollen Ganzen, dem wir Gestalt geben und das wir erforschen zur gleichen ZEIT, welche immer ein großes JETZT ist.

 

 

 

 


english version

 

PANTA RHEI – EVERYTHING FLOWS

Welcome to awakening … remember to like and subscribe. Us children along the stream.

 

 

I just start: A journey is a journey is a journey … And you never step into the same river twice.

Gertrude and Heraclitus … good travel guides? But of course, if they happen to be an co_incidence into my mind while I am going on the journey of my first blog text … those two reliably lead me to the Wikipedia article that is already waiting for me to pour my guessing inspiration into a first mold, as.

Plato immortalized Heraclitus by saying: The theory of the river is inextricably linked to Ovid’s metarmorphoses. And I say: It is essential that I and everyone recognize their very own metamorphoses … and being able to live those.

It is often painful to be a larva. Or caterpillar. Or anything in between. It is unbearable not to be able to (yet) live the foreboding certainty of the true inner form. Us artists are walking exemplary on these paths of self-knowledge and change. If we do not – like most of us – come from a background of funding and opulence, we have to find our way, our way to internal and external security.

This path leads through countless stations that interlock imperceptibly and often don’t feel like stations at all. Just like particularly painful or particularly beautiful status. And everything in between. In the painful states we sometimes do not recognize and feel our worth. We’re breathless to arrive at what supposedly guarantees us this value. Any heroic, radiant deed or glamor display.

And yet everything, every inconspicuous, even ugly-looking particle of our being on the road is valuable. A valuable component, a worthy element.

The strong among us are happy when they agree with themselves. Of course, it is most beautiful when the so-called outside world sees it and joins in. But often enough that doesn’t happen at all. On the contrary. They think we’re crazy, or weird, or just unsustainable.

Van Gogh today would not necessarily have been accepted, let alone loved. Or understood. His great sensitivity, which he had to protect: Which society would tolerate or love him today as invulnerability is a high patriarchal command and emotional ignorance is considered acceptable.

We have friends, heroes and travel companions on our way. We have ideas of how something should be, how we should be. We learn all of this from an early age and must – more than others – learn to distinguish whether the ideas about OURSELVES and LIFE really correspond to our inner truth. Because with us artists – unlike most – this has a DIRECT effect on artistic production.

A good or brilliant artistic work is always solely committed to itself. It does not pay homage to the interests of others. Unless it takes pleasure in these foreign interests, and recognizes it with great warmth as soul-related inspiration. Then genuine resonance as a playful quote is possible and wonderfully fruitful.

But the more it serves interests that have nothing to do with its original, soul-inspired impulse, the flatter it becomes. The more vain, more boring, more tasteless. Illustrative. More stupid and less mysterious. The more pornographic and dissociated.

“Throughout the ages” it has always been like that. I’m talking about western art history here. These are stories of self-assertion in ever new conditions. A story of emancipation … of self-liberation on a grand scale. And in microcosm.

Because art has always had some kind of commercial breeding ground. At least to the extent that it “became socially relevant”. And the commercial side always contained a conflict. The state, the nobility, the bourgeoisie. Everyone wants (or would) like to recognize themselves, to be able to reflect themselves in the respective arts. And then the hassle starts. The haggling. The tension between interests.

Often there is no place for holiness. For truly sacred self-expression. For making poetry possible. Poetry that creates space to recognize and find oneself. That is light and free. Knows the aesthetic force and light tenderness.

And yet it is exactly like that, the great and wonderful art … created again and again in the middle of a storm, in the middle of pain on a quiet, temporary island of self-certainty and calm. These are the phases or just moments in which the soul is with itself and can create.

Also woven into it is a story of the liberation of artist men and women. Because how does the freelance female artist actually act? Today? How did she do it then? If she even officially existed. And was not slandered or denied ih her own presence as well as in lexicons, libraries and archives.

Does she has to be over-present in her male quality in order to be successful? Still? Does she need more security for herself or another form of security?

All artists are naturally spiritual. They are because they know: they are receiving ideas from an unknown, infinite source. It’s a feminine process. The more sublime and exciting it is, the freer the field in which it can take place.

It takes security, protection, safety to enable a reception that leads away from the illustrative take-up of any vulgar ideas that the vanity of any bogey makes possible. That goes for both men and women.

This is the flow, the journey we artists are always on, downstream, to ourselves, to our poetic shores. WE ARE the shores ourselves and the RIVER too, and yet we are part of a great mysterious whole, which we give shape and which we explore at the same time, which again and always is a great NOW.